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KNIEGELENKARTHROSE
Seit dem 1.4.2007 haben
alle
gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation und
können sich ihre
Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
Die
Arthrose
ist zunächst eine Erkrankung des
Gelenk
knorpels, im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Umbildung des
knorpelnahen
Knochen
s, einhergehend mit
Schmerz
en, Schwellungen,
Bewegung
seinschränkung und Deformierung der
Gelenke. Zunächst
bestehen nur
Bewegungsschmerzen
und später tritt ein
Ruheschmerz
hinzu. Grundsätzlich kann festgestellt werden, daß
Durchblutungsstörungen erheblich zur Ausbildung einer
Arth rose beitragen. Das
ist auch der Grund, warum diese Krankheit mit zunehmendem Alter
häufiger auftritt, weil ja bekanntermaßen im Alter die Durchblutung
nachläßt. Eine Therapie kann deshalb nur dann wirksam sein, das gilt
natürlich auch für die begleitenden
Schmerzen,
wenn die Durchblutung wieder optimiert wird. Die
spezielle
Schmerztherapie verfügt im Rahmen der therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen
Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika)
über entsprechende Methoden
(siehe weiter
unten).
Das Risiko, eine
Gelen
ks
arthrose zu bekommen, ist
generell sehr hoch, vor allem im Alter. Bei über 70-jährigen
Menschen ist bereits zu 80% eine
Arthrose
vorhanden, während nur 4% der 20-jährigen eine Arth rose haben, Frauen
sind häufiger betroffen.
Die Ausbildung
einer Kniegelenkarthrose und der damit verbundenen
Schmerzen
im
Knie
kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B.:
Relativ häufig
kommt es zu einer
Kniegelenkarthrose nach Sportverletzungen. Darüber
hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung
der
Beine
(X- oder O-Bein
e) zu einer
Kniegelenkarthrose
führen. Zur Prävention
(= Vorbeugung) einer
Kniegelenkarthrose sollten deshalb präarthrotische
(= einer
Arthrose
vorausgehenden, eine
Arthrose
begünstigende)
Deformitäten
(= Fehlbildungen)
beseitigt werden.
In den letzten
Jahren hat die operative Behandlung der
schmerz haften
Kniegelenksarthrose große Bedeutung erlangt.
Folgende Methoden stehen zur Verfügung:
-
Synovektomie: Die operative Entfernung der Innenhaut der Gelenkkapsel, wenn
diese sich immer wieder entzündet und zu sog. Gelenksergüssen
führt
-
Umstellungsosteotomie:
Die operative Beseitigung von Fehlstellungen zur
Wiederherstellung physiologischer
(= natürlicher)
Achsenverhältnisse am arthrotisch vorgeschädigten Gelen
k
-
Gelenkersatz durch Endoprothesen aus Kunststoff oder Metall
Nicht wenige
Patienten mit
Schmerzen
aufgrund einer Kniegelenkarthrose kommen zur
Schmerztherapie,
weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen
oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen
risikobehaftet ist. Die moderne
Schmerztherapie
verfügt über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die bei
Kniegelen
ksarthrose
z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
Schmerzbehandlung
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut (=
plötzlich einsetzend, heftig)
und subakut
(= eher schleichend
verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der
Schmerz
entstehung
wirken) eingesetzt
werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe
möglichst langwirkende und
magen
schonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und auch
entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese
Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein,
zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob
Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden,
wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber
hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung)
(z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände bei Kniegelenkarthrose nur
mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B.
Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark
wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei
Kniegelen
ksarthrose
eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der
Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen
Depressionen,
aber auch bei chronischen
Schmerzen
infolge einer Kniegelenkarthrose hilfreich)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerzmittel einzusparen.
Spezielle Schmerztherapie
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen
Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika)
zur
Schmerzbehandlung
bei Kniegelen
ksarthrose:
Bei anhaltenden
Schmerzen
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine
sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem
lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das schmerzhafte Kn iegelenk wiederholt (stationär
bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die
Gelenkkapsel herum)
infiltriert. Das
Kniegelenk
kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten
mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden
(=
Betäubungen) des vorderen
Oberschenkel
nervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen Fällen auch
kontinuierlich mit
Katheter*.
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches
Betäubungsmittel)
jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a. Schmerzempfindung)
betroffen ist, die Motorik
(= Muskelfunktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive,
gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei
stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Nozizeption
(=
Schmerzreizleitung) erst
möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen
Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer
Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich
zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem
entzündlich/ degenerativen
Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese
Behandlung bei
Kniegelen
ksarthrose
nicht nur symptomatisch
(= nicht nur auf
den Schmerz gerichtet),
sondern auch kurativ
(= heilend).
*
Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen
Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der
Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
örtliche
Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen
Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden.
Physikalische
Schmerzbehandlungen:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Kniegelenkarthrose eine
Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat
den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln
können. Die Elektroden werden paarig über dem Gelen
k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der
Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die
oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden
einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10
bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit Schmerzen infolge
einer Kniegelen
ksarthrose
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als
besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Schmerzen
lindern. Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches
gilt für die
Hochtontherapie.
Die Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist auch bei
Kniegelenkarthrose nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese
Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar hingegen ist bei
Kniegelen
ksarthrose
die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet
ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere
Maßnahmen:
Der Vollständigkeit
halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(=
bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes
Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
der
psychologischen Schmerztherapie eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie. Bei einer schmerzhaften Kniegelenkarthrose ist auch
ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Kommt man um
eine Operation (künstlicher Gelenkersatz) nicht herum, weil z.B.
durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet
wurden, so bieten die Methoden der modernen
Schmerztherapie
optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende
Anschlußheilbehandlung (AHB)
bzw.
Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier:
http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk
(einfach anklicken).
Weitere
Arthrosen:
Omarthrose
Sprunggelenksarthrose
Handgelenksarthrose
Spondylarthrose
Coxarthrose
Die invasiven
(= in den Körper eindringenden)
Therapiemethoden der speziellen
Schmerztherapie
setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb
sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden
können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels
eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen
Schmerzzentren
(Schmerzkliniken)
durchführbar, so z.B. in Bad Mergen
theim.

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